J a k o b . L e r c h


(c) Caroline Lerch/2026


Jakob Lerch (*2005 in Düsseldorf) ist ein deutscher Komponist, Improvisator und Saxophonist. Er studiert derzeit Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Aaron Cassidy sowie elektronische Komposition bei Joachim Heintz. Darüber hinaus erhält er privaten Unterricht bei Gianluca Castelli.

Jakobs Arbeiten beschäftigen sich mit instrumentaler Körperlichkeit, Notationssystemen, instabilen Klangstrukturen sowie dem Verhältnis von Komposition, Improvisation und elektronischen Medien. Zu seinen jüngeren Werken zählen Durch richtungsverteilte Wellen mit schräg-anliegenden Strömungen hervorgerufenen Kolk an einem Monopile (2025/6) für ELISION, Wandungsgrund (2024/5) für Kontrabass, LichtTerrorBlitzSchallAktionStille (2024/5) für Lange//Berweck//Lorenz, loderndem zuweilen Ausschlag (2025)für vier Lautsprecher, Die diesen Die (2025/6) für Fixed Media, Piezo-Kontaktmikrofon und präparierte Tomtom sowie schlohweißer Säbel im Scheitel des Zenits (2026) für Live-Elektronik und acht Lautsprecher. Weitere Werke sind unter anderem Das Tanzen um den Kirschbaum im Bauche der Mutter (2023/4), Barthes-Fragmente (2024), Anschauungen – verbun:den (2024) für Florian Palier, Darstellende Illusionsfeindlichkeit (2024) für Viola und Verhellung [irreduzibler Raum] (2024) für Klarinette.

Seine Musik wurde von Musiker:innen und Ensembles wie ELISION, Florentin Ginot, Lange//Berweck//Lorenz, Florian Palier und Ensemble Megaphone aufgeführt. Aufführungen und Projekte fanden unter anderem beim Klangbrückenfestival, Musik 21 Niedersachsen, im Xplanatorium Herrenhausen und beim Zett-Emm Festival Köln statt. 2025 war Lerch zudem an einem Austauschkonzert am MIAM – Department of Composition and Sonic Arts in Istanbul beteiligt, wo er auch einen Vortrag über seine Arbeiten gehalten hat. Im selben Jahr hielt er im Rahmen eines Seminars der VHS Hannover einen Vortrag über das Werk Peter Ablingers.

Als improvisierender Musiker, vor allem am Saxophon, konzertierte Lerch international unter anderem in Griechenland, Serbien, der Schweiz und Tschechien und arbeitete mit Musiker:innen wie Angelika Niescier, Si Paton, Leonie Hermansen und Duo fatale zusammen. Zudem ist er Mitglied von Toad Village, einem Projekt von Leon Speicher.

Jakob nahm an Meisterkursen, Workshops und Akademien bei unter anderem Chaya Czernowin, Simon Steen-Andersen, Miroslav Srnka, Elena Mendoza, Philip Venables, Carola Bauckholt, Milica Djordjević, Farzia Fallah, José María Sánchez Verdú, Charlie Sdraulig und Gordon Williamson teil. Er war Teilnehmer der International Summer Academy for Composition der Gustav Mahler Privatuniversität in Klagenfurt (2024/26), dem Festivalcampus der Kunstfestspielen Herrenhausen (2026), der next generation Donaueschingen (2025), dem CelloWercken in Zutphen (2024), dem Second Improvisors Meeting Memmingen (2025) sowie des European Improvisation Meeting in Rotterdam (2025).

Neben seiner kompositorischen Arbeit entwickelt Lerch eigene Notationssoftware mit Python und drawsvg und erstellt seine Partituren häufig in Programmierumgebungen wie Jupyter Notebook und VS Code. Für seine elektronischen Arbeiten nutzt er unter anderem Csound und Max.

Derzeit arbeitet er an neuen Werken für den Akkordeonisten Roman Pechmann, die Basler Akkordeonistin Ingeborg Poffet sowie an einem Solostück für Posaune für Benjamin Marks, das von Daryl Buckley für ELISION in Auftrag gegeben wurde.